Ob die Yoga-Teilnehmer eine schöne Zeit hatten, lässt sich an der Shavasana erkennen. Dies ist lediglich mein Eindruck. Natürlich kann ich mich auch mal irren. Aber wenn ich die Fingerspitzen und Zehenspitzen, die sich mit dem Atem hebenden und senkenden Brustkorb und Bauch sowie die Gesichtsmuskeln beobachte, spüre ich es irgendwie...
Nach der heutigen Stunde kam eine Frau lächelnd auf mich zu. Sie ist sonst eher zurückhaltend und nimmt am Rand des Raums am Unterricht teil. Da sie mir erzählt hatte, schon seit langem Probleme mit den Schultern zu haben, dachte ich gerade, dass die heutige Stunde doch einige anspruchsvolle Posen enthalten hatte. Sie sagte: „Danke, meine Schultern haben sich erstaunlich gut erholt. Wenn ich mich, wie Du immer sagst, auf die Atmung konzentriere und mich bewusst Schritt für Schritt bewege, kann ich mich so geschmeidig und schmerzfrei bewegen, dass ich selbst überrascht bin.“ Ich fragte: „Du hast die Tischhaltung auch nicht in der abgemilderten Variante, sondern ganz normal ausgeführt – war das in Ordnung?“, antwortete sie: „Das war überhaupt kein Problem! Das ist wirklich erstaunlich!"
„Ah“, dachte ich, „diese Frau berührt gerade das Wesen des Yoga“, und ich freute mich um ein Vielfaches mehr als sie....
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